Erdberührte Bauteile

 

Erdberührte Bauteile sind z.B. Kelleraußenwände, die Sohlplatte und im weiteren Sinne auch Gründächer. Im Gegensatz zu Bauteilen, welche an die Luft angrenzen, werden die physikalischen Einwirkungen auf das Bauteil durch die Wärmeträgheit und das Wasserrückhaltevermögen des Erdbodens beeinflusst. Wasser kann als Flüssigkeit oder Dampf längere Zeit auf das Bauteil einwirken. Bei einer relativen Porenluftfeuchtigkeit von 85 bis 100 % ist das Wasserdampfdiffusionsgefälle i.d.R. dauerhaft vom Erdboden zum Innenraum hin gerichtet. Es können sich hierdurch beispielsweise Probleme bei sehr dichten Bodenbelägen ergeben. Eine Anreicherung von Feuchtigkeit muss daher auf  feuchteunempfindliche Bauteilschichten beschränkt werden, z.B. durch die Anwendung von Abdichtungsbahnen mit  Metallbandeinlagen. Durch die große Wärmeträgheit des Erdbodens kann es in der warmen Jahreszeit mit höheren Luftfeuchtigkeitswerten zu Tauwasserproblemen an der raumseitigen Oberflächen von erdberührten Bauteilen kommen. Bei der Einwirkung von flüssigem Wasser sind Fehlstellen bei der Abdichtung heikel, weil das Auffinden der Fehlstellen und der  Aufwand der Sanierungsmaßnahmen erheblich sind. Der Erdboden besitzt auch wärmedämmende Wirkung, wodurch die  Temperaturverhältnisse in den erdberührten Bauteilen beeinflusst werden. Dies ist im Hinblick auf die Bauteilverformung (Horizontalverformung) zu bedenken. Es können sich  beispielsweise bei Gebäuden mit geringer Höhe und  Fußbodenheizung erhebliche Probleme dadurch einstellen, dass die Bodenplatte zu warm ist im Verhältnis zu den darüberliegenden Deckenplatten und die dazwischen stehenden Wände reißen.