Körperschallbrücken

 

Körperschallbrücken treten bei unsachgemäßer Ausführung von schwingfähigen Masse -Feder –Masse- Systemen auf. Diese Systeme werden zur Schwingungsisolierung oder Verbesserung der Schalldämmung oberhalb der Eigenfrequenz des schwingfähigen Systems verwendet. Beispiele hierfür sind schwingend aufgestellte Maschinenfundamente, schwimmende Estrichkonstruktionen oder zweischalige Haustrennwände. Zwischen der Umgebung und dem schwingend aufgestellten Bauteil werden federartig wirkende Materialien eingebaut, mit einer Pegelminderung zwischen den v. g. Bereichen von mehr als 20 dB im Mittel.

 

Dagegen ist die Pegelminderung bei der Schallausbreitung in Festkörpern  vernachlässigbar gering. Entsprechend ist die Wirkung, wenn die schwingfähig eingebaute Bauteilschale über Festkörper mit der Umgebung fest verbunden wird, z.B. durch Mörtel in der Trennfuge zwischen einer schwimmend eingebauten Estrichplatte aus Feinbeton und der angrenzenden massiven Wand. Bei punktuellen oder linearen Körperschallbrücken erfolgt die Schallleitung zwar über einen reduzierten Querschnitt, welcher wiederum zur Divergenz innerhalb der Bauteilschalen führt, jedoch ist insgesamt die Schalldämmung durch diesen zusätzlichen Übertragungsweg erheblich gemindert.

 

Planmäßig treten Körperschallbrücken auf z.B. beim Fundament und der Kelleraußenwand von zweischaligen Haustrennwänden, unplanmäßige Körperschallbrücken sind z.B. bei zweischaligen Haustrennwänden Mörtelbrücken zwischen den Deckenplatten bzw. durchbetonierte Deckenplatten. Bei schwimmenden Estrichkonstruktionen treten häufig unplanmäßige Körperschallbrücken auf, wenn z.B. Installationsleitungen auf der Rohdecke verlegt werden und im Bereich von Türzargen. Durch ein spezielles Mess- und Sanierungsverfahren lassen sich Körperschallbrücken gezielt lokalisieren und beseitigen. Weitere Informationen sind unter der Schaltfläche Estrichsanierung nachzulesen.