Kontaktstellendämpfung

 

Die Schallschnellepegel von Bauteilen werden im Bereich von Stoßstellen, d.h. dort wo die betreffenden Bauteile mit anderen Bauteilen kraftschlüssig verbunden sind, beeinflusst. Bei der Schalllängsleitung ergeben sich Pegeldifferenzen der Schnellepegel vor und hinter der Stoßstelle. Für den Fall, dass die beteiligten Bauteile gleiche flächenbezogene Massen aufweisen, beträgt diese Pegeldifferenz 12 dB bei Kreuzungen, 10 dB bei Abzweigungen und 6 dB bei Umlenkung um 90 Grad. Bei (von m2’ / m1’ = 1) abweichendem Massenverhältnis zwischen der flächenbezogenen Masse m1’ des Bauteils, das den Schall einleitet und m2’ des Bauteils, das den Schall weiterleitet, kann mit dem Term 20lg (m2’ / m1’) umgerechnet werden, indem das Ergebnis zu den o.g. Konstanten hinzugerechnet wird. Die Pegeldifferenz wird größer, wenn die Schallleitung vom leichten zum schweren Bauteil hin erfolgt und sie wird kleiner wenn die Schallleitung in umgekehrter Richtung erfolgt.

 

Bei der Berechnung der Luftschalldämmung von Trennbauteilen im Zusammenhang mit flankierenden Bauteilen kann der Einfluss der Kontaktstellendämpfung bei der Schallübertragung über das jeweilige flankierende Bauteil mit folgendem Term berücksichtigt werden 20lg (mT’ / mF’) + 7. Hierbei ist mT’ die flächenbezogene Masse des trennenden Bauteils und mF’ die flächenbezogene Masse des flankierenden Bauteils. Die Pegeldifferenz der v. g. Kontaktstellen wird auch als Verzweigungsdämmmaß bezeichnet.

 

Kontaktstelldämpfung ist aber auch durch die Verwendung von Weichfugen möglich, z.B. indem ein massives Bauteil mit einer durchgehenden Fuge aus Mineralfaserdämmstoff versehen wird. Soweit diese als Stossstellenausführung bautechnisch praktikabel ist und keine weiteren Schallübertragungswege beteiligt sind, sind sehr hohe Kontaktstellendämpfungsmaße von 30 – 40 dB möglich.

Zusammenfassend kann die Kontaktstellendämpfung als ein Maß für die Minderung der Weiterleitung einer Körperschallwelle bezeichnet werden.