TA-Lärm

TA-Lärm ist die geläufige Bezeichnung für die allgemeine Verwaltungsvorschrift „Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm“. Sie wurde mit allmählicher Zunahme des Umweltbewusstseins in den 1960-er Jahren mit der Fassung, vom 16.Juli 1968, eingeführt. Zurzeit (2015) gilt die Fassung, vom 26.August 1998.

Die TA-Lärm behandelt Schallimmissionen in der Nachbarschaft von Gewerbebetrieben im Sinne von § 906 BGB. Sie beschreibt Messverfahren zur Ermittlung und Bewertung von Geräuschen. Zur Beurteilung der Zulässigkeit werden Immissionsrichtwerte in Abhängigkeit von der Schutzbedürftigkeit, die von der Gebietsnutzung am Immissionsort (Aufenthaltsräume von Menschen) und der Tageszeit abhängig sind, vorgegeben – vgl. Stichwort Schallimmissionen. In der Fassung von 1998 wurden auch Prognoseverfahren zur Ermittlung und Bewertung von Geräuschen aufgenommen.

Die TA-Lärm ist so etwas wie die Urschrift im deutschen Schallimmissionsschutzrecht. Die dort niedergeschriebenen Erkenntnisse beeinflussten alle Regelwerke, die später zu weiterer Differenzierung der Geräuschbewertung eingeführt wurden. So ist in der Fassung von 1968 das Takt-Maximalpegelverfahren zur Ermittlung eines mittleren Wirkpegels dargestellt, das ohne Hilfe moderner integrierender Schallpegelmesser eine zeitlich äquivalente Beurteilung von schwankenden Geräuschimmissionen ermöglicht. Das so genannte Wirkpegelverfahren hat sich so gut bewährt, dass es trotz moderner Integrationstechnik weiter verwendet wird.

Wenn die TA-Lärm auch nur für Gewerbebetriebe (genehmigungsbedürftige Anlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und nicht genehmigungsbedürftige Anlagen) gilt, so wird sie doch hilfsweise zur Bewertung bei nahezu allen Arten von nicht geregelten Konfliktsituationen durch Geräuscheinwirkungen als Erkenntnisquelle hinzugezogen.