Feuchteeinflüsse

A)

An der wärmeren Bauteilseite müssen luftdichte Bauteilschalen vorhanden sein.

Grund:

Vermeidung von Tauwasser durch Wasserdampfkonvektion.

 

 

B)

Wasseraufnahmefähige Bauteilschichten sollten mindestens einseitig austrocknen können.

Grund:

Austrocknungsmöglichkeit bei einem möglichen Wassereintritt, z.B. durch kleine Fehlstellen in der Abdichtung oder bei Rohrbruch.

 

 

C)

Sehr dampfdichte Beschichtungen auf wasseraufnahmefähigen Bauteilschichten müssen vor einer stärkeren Erwärmung (Sonneneinstrah­lung) geschützt sein.

Grund:

Vermeidung von Blasenbildungen.

 

 

D)

Bei dampfdichten Belägen auf der kalten Bauteilseite müssen auch die tieferen Bauteilschichten trocken sein und bleiben.

Grund:

Feuchteanreicherung unter dem dampfdichten Belag kann evtl. die Untergrundmaterialien schädigen.

 

 

E)

Dachoberschalen über Luftschichten sollten massiv und dicker als 2 cm sein.

Grund:

Vermeidung von kritischen Tauwassermengen auf der Unterseite der Dachoberschalen durch „Morgentau“.

 

F)

Bei Dachabdichtungen aus Dichtungsbahnen (ohne dickere Kiesschichten) muss das Dachgefälle so angelegt sein, dass Pfützenbildungen – auch in kleinen Bereichen – nicht auftreten können.

Grund:

Tauwasserbildung und Rissebildungen unter bzw. in der Abdichtung.

 

 

G)

Das Wärmewiderstandsverhältnis vo für Bauteilschichten, welche mit der Raumluft in Verbindung stehen, sollte für übliche Aufenthaltsräume einen Wert von vo = 0,3 nicht überschreiten. Das Wärmewiderstandsverhältnis vo ist hier der Quotient aus dem raumseitigen Teilwiderstand (bis zur untersuchten Bauteilebene) und dem Gesamtwärmewiderstand des Bauteils.

Grund:

Vermeidung von Tauwasser.

 

 

H)

Stark wirkende Wärmebrücken, welche an dünne Innenschalen oder –schichten anschließen und die Wärmedämmschicht durchdringen, müssen vermieden werden. Befestigungsmittel und dergleichen aus Metallen sollten nicht von dünnen raumseitigen Bauteilschichten in kalte Bauteilbereiche hineinragen. Für einbindende Bauteile (wie Betondecken und massive Wände) sind genauere Untersuchungen anzuraten.

Grund:

Sichtbare Staubablagerung und ggf. Pilzbildung an feuchten Stellen, durch stärkere Sorption oder Tauwasser.

 

 

I)

Ein möglicher Wasserstand von 15 cm ist bei Abdichtungen gegen nichtdrückendes Wasser anzunehmen.

Grund:

Regenwasserbelastung beim Bau, Rohrbruch, Schneeschmelzwasser, Schneebarriere.

 

J)

Das Eindringen von Niederschlags- bzw. Sickerwasser im Bereich der Kelleraußenwände sollte nicht durch Drainplatten oder dgl. beschleunigt werden. Hierdurch wäre es nämlich möglich, dass bei stärkeren Niederschlägen Druckwasser auf die Außenwandabdichtung einwirkt.

Grund:

Vermeidung von Bauwerksdurchfeuchtungen infolge von schwer vermeidbaren Fehlstellen in der Abdichtung.

 

 

K)

Der Wasserdampfdiffusionswiderstand sdi von der Raumseite bis zur kälteren Seite einer Wärmedämmschicht sollte pauschal größer als 2 m und zudem mindestens halb so groß wie der übrige Wasserdampfdiffusionswiderstand sda auf der kühleren Seite der Wärmedämmschicht sein (bei Raumtemperaturen unter 22° C).

Grund:

Vermeidung von kritischen Tauwassermengen.

 

 

L)

Räume müssen auch zur Sommerzeit hinreichend temperiert sein, abgeschattete Räume z.B. auf der Nordseite oder bei entsprechenden Sonnenschutzvorrichtungen sind problematisch.

Grund:

Vermeidung von Schimmelpilzbildung infolge einer „Sommervorbelastung“ durch feuchte Außenluft.

 

 

M)

Die Sorptionsfähigkeit im Bauteiloberflächenbereich ist von Bedeutung, damit kurzfristige stärkere Luftfeuchtigkeitseinwirkungen entsprechend gedämpft werden, sodass die Luftfeuchtigkeit nicht allzu sehr ansteigen kann.

Grund:

Für die Behaglichkeit und zur Vermeidung von hohen Raumluftfeuchtigkeiten und der damit verbundenen Tauwasserprobleme.

 

 

N)

Eine geringe, aber permanente, Lüftung ist für Räume erforderlich, vor allem während kühler Witterungsperioden.

Grund:

Sorbierte Feuchte (und andere Stoffe) bedarf zur Abführung einer langfristig wirkenden Ausgleichsmöglichkeit durch Lüftung.

 

 

O)

Die Austrocknungsverhältnisse von Außenschalen werden durch einen hohen Wärmeschutz verringert. Bei Holzwerkstoffen in derartigen Schichten sind gründliche Überlegungen anzustellen, ob hierdurch Probleme auftreten können. Schwierig sind vor allen Dingen die Bauteile, die durch Regen oder sonstige Feuchtigkeitseinwirkungen belastet werden können (Schlagregenseiten – hierzulande die Süd- und Westseite von Gebäuden).

Grund:

Schutz der Bausubstanz (Fäulnisschutz).